2. Tag: Regen und die Kunst des Loslassens

Nach fast 110 km bin ich in Mautern gelandet. Die kleine Liesingtal Gemeinde liegt an der Schoberpassstraße. Der Schoberpass ist die wichtigste innerösterreichische Verbindung von West- nach Südösterreich und seit alters her von Nordwesteuropa über den Balkan nach Südosteuropa.

Gestartet bin ich heute im strömenden Regen. Bereits nach 5 km war ich so nass, dass ich mir nach 20 km neue Regenüberschuhe und Stutzen gekauft habe.

Mein Weg führte mich zuerst entlang der Mürz, die ein fast 100 km langer Nebenarm der Mur ist, bis Bruck und dann weiter entlang der Mur bis Leoben. Von dort ging es über Donawitz und entlang des Traidersbergs nach Traboch und weiter nach Mautern.

Ab Bruck kam unerwartet die Sonne hervor, so dass die letzten 45 km durchaus angenehm waren. Insgesamt hatte es heute eine Durchschnittstemperatur von 21 Grad, wobei der niedrigste Wert 13 und der höchste 32 Grad war. Durchaus gewaltige Temperaturschwankungen.

Nachdem mich gestern die Hitze fast zerstört hat, war ich überrascht, wie gut es mir heute gegangen ist. Morgen warten weitere 106 km bis nach Schladming. Auch diesmal ist Regen angesagt. Ich hadere ein wenig mit dem Wetter und rede mir ein, dass ich wenigsten in meinem Urlaub ein wenig Leichtigkeit verdient hätte. Ich weiß natürlich, dass das ein absurder Gedanke ist und übe mich daher heute in Loslassen.

„Je mehr du loslässt, desto höher kannst du fliegen.“ – Rumi

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