Die Stadt Münster hat für mich mehr Bedeutung als mir anfänglich klar ist. Es ist 20 Jahre her, dass ich das Buch „Kristus“ von Robert Schneider gelesen habe. Es beschreibt die Geschichte des im 16. Jahrhundert in Münster lebenden Jan Beukels, der als Anhänger der Täufer-Bewegung das Täuferreich von Münster mitbegründete und sich zu dessen König krönen ließ. Schneider schreibt über das Scheitern der utopischen Vision eines Reiches Gottes auf Erden. Im Namen Gottes wird die vermeintlich bessere Welt von Münster zu einer verbrecherischen Diktatur. Auch wenn „Kristus“ von einigen Kritikern verrissen wird, gehört es für mich zu den wichtigsten Büchern, die ich je gelesen habe.






Im Juli 2014 befinde ich mich mit dem Rad auf „meinem“ Jakobsweg. Das Ziel erreiche ich, weil ich unterwegs Bastian aus Münster treffe. Ohne ihn wäre ich in Santiago und später in Fisterra nie angekommen.

Ich entdecke in der Stadt Spuren des Pilgerwegs, erinnere mich an die existenzielle Krise, in der ich mich damals befand und mir ist bewusst, dass meine damalige Reise wahrlich lebensrettend war. Heute fehlt mir ein Mensch, mit dem ich mich austauschen kann. Was hat sich in den letzten 10 Jahren verändert? Bin ich gewachsen? Sind meine Lebensfragen geklärt? Was bewegt mich und was suche ich?



Ein intensiver und nachdenklicher Tag.
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