Tag 4 und 5: Am höchsten Punkt meiner Reise und am Jakobsweg

„Wer nach Jerusalem pilgert, begegnet Jesus, wer nach Rom pilgert begegnet dem Papst, wer jedoch den Jakobsweg geht, begegnet sich selbst“, heißt es in einem spanischen Sprichwort. Als ich auf meiner heutigen Strecke das Hinweisschild sehe, habe ich Tränen in den Augen. Er ist und bleibt mein Sehnsuchtsweg, auch wenn ich diesen schon zweimal absolviert habe und ihn sicher nicht mehr fahren werde. Die Erlebnisse auf diesem Weg sind einzigartig und sie waren meine Lebensrettung zu einer Zeit, in der ich die Rettung bitter nötig hatte. Auf jeder Reise kreuze ich ohne es zu planen den Jakobsweg und fahre ein Stück des Weges. Es ist Erinnerung, ein Versprechen und so etwas wie eine Verheißung.

Über den Schönfeldsattel auf 1740 m habe ich gestern Kärnten erreicht. Es ist der höchste Punkt meiner Reise. Bin dem Wirten meiner Unterkunft dankbar, dass er mir den Weg als Alternative zum Katschberg nahegelegt hat. Der Aufstieg vom Murtal kommend ist zwar länger, aber es herrscht kaum Verkehr. Als Belohnung wartet eine tolle Abfahrt bis Spittal/Drau.

Nun bin ich Lienz, liege in meinem Hotelzimmer und schreibe diese Zeilen. Morgen sollte es 108 km nach Brixen gehen, wo ich einen Tag Pause machen werde. Merke, dass ich sie brauche.

Das Gute an der heutigen Fahrt war nicht nur der Jakobsweg, sondern auch einige spektakuläre Bilder, die mich zurückführen zur Verheißung des Jakobsweges. Wenn sich Pilger*innen am Weg begegnen wünschen sie sich „Buen Camino“ – einen guten Weg. Jedesmal wenn ich die Wegmarkierung sehe, bin ich mir daher sicher, dass auch mein Weg ein guter ist.

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