9. Tag: Italien und Regen…

Ich bin in Italien. Kurz vor dem Reschensee überfahre ich die österreichisch-italienische Grenze. Ich freue mich wirklich.

Der Reschensee ist ein Stausee im Vinschger Oberland, das wiederum den höchstgelegenen Abschnitt des Etschtales bildet. Mit den ersten Planungen zur Errichtung des Stausees wurde bereits während des italienischen Faschismus begonnen. Entschieden wurde schon damals, die Orte Graun vollständig und Reschen zum Teil aufzugeben. 1943 kamen die Arbeiten zum Stillstand und wurden nach Ende des zweiten Weltkriegs, forciert von Schweizer Elektrizitätsgesellschaften, wieder aufgenommen. Die dafür notwendigen Enteignungen hatten schon 1940/ 1941 stattgefunden, die Proteste der Bevölkerung waren erfolglos.

1950 wurden die Ortschaften wie geplant überflutet. Energiepolitisch brachte der Stausee nichts und der alte Kirchturm von Graun ragt heute als Mahnmal für eine völlig verfehlte Politik aus dem Reschensee. Der italienische Schriftsteller Marco Balzano hat in seinem sehr berührenden Roman „Ich bleibe hier“ die Geschichte des Orts Graun niedergeschrieben.

Der Rest der Fahrt, insgesamt fast 100 km, ist strömender Regen.

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