
Ich stehe auf dem Balkon meines Hotelzimmers und fühle mich beschenkt. Was für ein Ausblick.
Mein heutiger Zielort ist Nauders am Reschenpass auf 1.400 hm, die letzte österreichische Gemeinde vor der italienischen Grenze. Die Region ist als Dreiländereck bekannt. Hier treffen die Grenzen von Österreich, der Schweiz und Italien zusammen.



Auch heute regnet es immer wieder in Strömen. Der Anfang der eigentlichen Passstraße ist für Radfahrer wegen Umbauarbeiten gesperrt. Die Umleitung sollte mich in die Schweiz führen. Bei Altfinstermünz ist aber auch der Ersatzweg gesperrt.

Altfinstermünz, eine mittelalterliche Gerichtsstätte und Grenzbefestigung an der Via Claudia Augusta,
die wichtigste Römerstraße, die Norditalien mit dem süddeutschen Raum verband.

ein bis zu 752 km langer Fernradweg, der sich großteils an die alte Römerstraße orientiert.
Die dortige Umleitung führt über einen extrem steilen Forstweg zurück auf die Reschenpassstraße. Dieser ist nur Rad schiebend zu bewältigen. Das Gefälle ist zu extrem.

Es scheint, dass meine Reiseerlebnisse mein Leben widerspiegeln. Nichts funktioniert einfach so, immer gilt es Hindernisse zu überwinden. „Hindernisse und Schwierigkeiten sind Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen“, schreibt Nietzsche. Zumindest heute scheint das jedenfalls zu stimmen. Auch deshalb fühle ich mich beschenkt.
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