
Zell am See ist ein Schmuckstück und absolut schräg. Überlaufen von Tourist:innen ist der einzige ruhige Ort die Stadtpfarrkirche. Auffallend sind die vielen orientalischen bzw. arabischen Besucher:innen, die Frauen meist mit Kopftuch oder verschleiert. Google verrät, dass eine mögliche Erklärung für die Beliebtheit von Zell am See bei Araber:innen am Koran liegen könnte. Dort wird das Paradies nämlich mit blauem Wasser, grünen Wiesen und weißen Bergspitzen beschrieben. Eine durchaus passende Beschreibung von Zell am See.



Mein heutiger Pausentag ist von Arbeit geprägt. Ich führe zahlreiche Telefonate und beantworte Mails. Als es mir zu viel wird, flüchte ich mich in die Stadtpfarrkirche. Ich genieße dort Stille und Einkehr. Die Kirche ist voller kunsthistorischer Schätze. Man findet einen keltisch-römischen Reliefstein, römische Spolien (wiederverwendete Bauteile, die gut sichtbar integriert sind) eine frühmittelalterliche Krypta und eine spätgotische Empore. Hervorstechend ist auch der mächtige Westturm.

Bis jetzt kann ich mich auf meiner Reise kaum entspannen. Habe viele Sorgen im Kopf. Von meiner Arbeit kann ich nicht abschalten. Ich verspüre einen starken Druck auf meinem Herzen, als würde dort ein ein ganzer Berg seinen Platz gefunden haben. Während die Gedanken in meiner Kopf rasen, kommt mir ein Gedicht von Rainer Maria Rilke in den Sinn:
«Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.
Wenn das Zufällige und Ungefähre verstummte
und das nachbarliche Lachen,
wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,
mich nicht so sehr verhinderte am Wachen ‒
Dann könnte ich in einem tausendfachen
Gedanken bis an deinen Rand dich denken
und dich besitzen (nur ein Lächeln lang),
um dich an alles Leben zu verschenken
wie einen Dank.»
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