4. Tag: Vor lauter Lauschen und Staunen sei still…

Ich sitze vor dem MPREIS Supermarkt in Schwarzach und esse zwei Wurstsemmeln. Ich bin ziemlich müde, auch weil ich sehr schlecht geschlafen habe. Auch konnte ich bis dato kaum abschalten. Zu viele Sorgen begleiten meinen Urlaub. Es liegen 55 km und ein Pass mit 1.000 m hinter mir. Mein Blick fällt zufällig auf die Verpackung meiner Semmeln und ich lese dort die Zeilen meines Lieblingsgedichts von Rainer Maria Rilke.

„Vor lauter Lauschen und Staunen sei still,
du mein tieftiefes Leben;
dass du weisst, was der Wind dir will,
eh noch die Birken beben.

Und wenn dir einmal das Schweigen sprach,
lass deine Sinne besiegen.
Jedem Hauche gieb dich, gieb nach,
er wird dich lieben und wiegen.

Und dann meine Seele sei weit, sei weit,
dass dir das Leben gelinge,
breite dich wie ein Federkleid
über die sinnenden Dinge“.

Ich bin tief berührt und mir kommen die Tränen. Was für schöne Idee und für mich unverhofftes Geschenk.

Auch heute regnet es am Start in Schladming stark, wobei vor Radstadt der Regen aufhört und glücklicherweise erst wieder am Ende meiner heutigen Tour kurz vor Zell am See beginnt. Insgesamt lege ich heute 90 km mit fast 1.000 hm zurück.

In Zell am See werde ich einen Tag Pause machen, Wäsche trocknen und entscheide wie meine Reise weitergeht. Irgendwie würde ich gerne auf den Bodensee fahren.

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