Nach über 105 km bin ich in Melk angekommen. Ich bin so froh, dass ich mich von den schlechten Wettervorhersagen nicht abschrecken habe lassen. Den Regenradar beobachtend bin ich dementsprechend später gestartet, wobei ich den Zeitpunkt richtig getroffen habe. Ich starte zwar im Regen, der nach 30 km jedoch vorbei ist.

Dank des Wetters und der schlechten Prognosen sind heute nur die wirklichen hartgesottenen Radfahrer:innen unterwegs. Teilweise bin ich auf Abschnitten des Donauradwegs alleine. Heute ist es auch deshalb fast eine Genussfahrt.




Bei Grein wechsle ich das Donau-Ufer und fahre Richtung Ardagger, das auch als Tor zum Strudengau bezeichnet wird. Ich bin an dieser Stelle den Donauradweg schon dreimal gefahren, aber nicht auf dieser Seite, was sich als schwerer Fehler herausstellt. Der Weg bis Ybbs ist wirklich schön.

Mit der heutigen Etappe bin ich seit dem 3. Juli 1.653 km gefahren, habe 7.829 hm geschafft, mit Belgien, Holland, Deutschland und Österreich 4 Länder durchfahren, die Nordsee gesehen und zahlreiche Flüsse gequert. Ein absolutes Highlight war der Besuch meines Sohnes in Hannover. Insgesamt wird es die 3. längste Radreise werden, die ich je gefahren bin.

Heute ist mein letzter Reiseabend. Ich werde Rückschau halten, Fotos schauen und zufrieden in mir ruhen. Wie sehr habe ich diese Reise gebraucht und auf sie hingearbeitet. Albert Camus schreibt, dass Reisen uns immer zu uns selbst zurückführen. Passend dazu die letzte Strophe des Lieds „Pilot“ von Herbert Grönemeyer, das mir geholfen hat zu erkennen, dass ich für mich selbst auch Heimat sein muss:
„Besetze das Leben
Lass‘ es dich zieh’n
Denk‘ an deinen Start, woher du bist
Und wo du dich verlierst
Was auch immer ist
Du bist deine Heimat
Dein einzigartiges, dein einmaliges ich
Du bist deine Heimat
Dein einzigartiges, dein einmaliges ich!“
Umso mehr freue ich morgen nach Hause zu kommen.
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