16. Tag: Heimat finden in der Stille

Heute waren es 96 km von Bamberg nach Neumarkt in der Oberpfalz. Am Beginn geht es entlang des Mainz-Donau Kanals bis kurz nach Forchheim. Diesen Teil der Strecke bin ich vor 5 Jahren auch mit meiner Tochter Lia gefahren.

In Forchheim kreuze ich den Jakobsweg, was mich sehr freut. Was ich in meinem Reiseblog nicht erwähnt habe ist, dass ich in Münster scheinbar erfolglos Kontakt mit Bastian aufgenommen habe. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich vor genau 10 Jahren den Jakobsweg erfolgreich abschließen konnte. Getroffen habe ich ihn damals in Ost-Frankreich. Ich hatte eine Fahrradpanne, war völlig entnervt und wollte die Reise abbrechen. Von dort an sind wir bis zum Schluss gemeinsam gefahren. Bastian ist aus Münster und es wäre zum 10. Jahrestag passend gewesen uns zu treffen. Er meldet sich ein paar Tage später aus dem Urlaub in Dänemark. Wir vereinbaren in Kontakt zu bleiben. Ein unerwähntes Highlight meiner Reise.

Nach Forchheim führt mich das Navi ins hügelige Mittelfranken. Insgesamt sind ab Kilometer 30 bis ins Ziel 700 hm zu bewältigen. Der höchst gelegene Punkt ist dabei „nur“ 455 m hoch.

Der letzte Aufstieg vor meinem Ziel in Neumarkt in der Oberpfalz führt mich zum Ludwig-Donau-Main-Kanal. Es ist dies der Vorgängerkanal zum heutigen Mainz-Donau Kanal und wurde 1950 aufgelassen. Gebaut wurde dieser zwischen 1836 und 1846. Mein Zielort liegt direkt am Kanal.

Morgen werde ich in Neumarkt bleiben und einen Tag Pause machen. Meine Beine, mein Hinterteil und auch mein Kopf brauchen eine kurze Auszeit. Bin nun 14 Tage unterwegs, davon habe ich zwei Tage Pause gemacht und bin insgesamt 1.243 km gefahren. Bis nach Hause sind es noch ca. 500 km.

Seit ich Radreisen mache bewegt mich die Frage nach meiner Heimat. Meinem ersten Reisevortrag über den Jakobsweg 2014 habe ich den Titel „Vom Aufbrechen und Ankommen“ gegeben. Aufgebrochen bin ich seit damals jedes Jahr und bei jedem Ankommen habe ich bereits eine neue Reise im Kopf gehabt. Als Kontrast dazu begleitet mich seit Jahren ein Zitat, dass mich immer wieder aufs Neue berührt:

„Die, die zu Hause bleiben, fühlen sich in Sicherheit. Sie sollen aufbrechen. Die, die sitzen, sollen aufbrechen. Die aber, die wandern, sollen still werden!“ (A. Martin)

Stille und Heimat…Heimat finden in der Stille…!

Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑