11. Tag: Heimat und die Begegnung mit einem Storch

Heute ging es 100 km von Hannover nach Northeim. Die Stadt in Süd-Niedersachsen war einmal Hansestadt, ist Sitz eines Landkreises und darf sich wie Mödling Europastadt nennen.

Als ich Hannover verlasse, bin ich ein wenig traurig. Heimat ist dort, wo wir von Menschen umgeben sind, die wir lieben. Weit weg von meinem Zuhause habe ich durch Tobias ein wenig Heimat gefunden und ich betrachte die Stadt mit anderen Augen. Mein Sohn fehlt mir schon jetzt.

Nach einigen Kilometern beginnt es zu regen und das Wetter ist äußerst unfreundlich. Lange trotze ich den Bedingungen, in der Stadt Alfeld bei Kilometer 54 kaufe ich mir jedoch entnervt ein Bahnticket. Der Zug hat Verspätung und kurz bevor dieser in den Bahnhof einfährt, hört es auf zu regnen und ich fahre mit dem Rad weiter.

Ich spüre innere Ruhe und Stille. Fast etwas ungewohntes. Die letzten Wochen und Monate waren schwierig. Bin nicht mehr zur Ruhe gekommen, habe schlecht geschlafen, war unruhig und eine Belastung für die Menschen rund um mich, denen ich nichts vormachen konnte. Ich beobachte einen Storch, der sich von mir nicht aus seiner Mitte bringen lässt. Fast programmatisch und ansteckend. Nicht nur für diese Begegnung bin ich dankbar.

Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑