Heute ging es 100 km von Münster nach Bad Oeynhausen, eine Kurstadt in Nordrhein Westfalen und kurz nach dem 2. Weltkrieg Sitz der britischen Militärregierung. Hatte es an meinem letzten Reisetag vor zwei Tagen noch knapp 19 Grad, kletterte heute die Temperatur auf über 30 Grad. Mein Körper glüht als hätte ich Fieber.



Die Landschaft verändert sich und wird hügeliger, was beim Radfahren ein wenig Abwechslung bringt.
“Fülle, Vereinigung, Ruhe, Glück, Übereinstimmung mit der Welt erwarten uns am Ende des Labyrinths der Einsamkeit.” (Octavio Paz)
Denke in den letzten Tagen sehr intensiv über Einsamkeit nach. Berufsbedingt bin ich ständig unter Menschen. Wenn ich mich erholen möchte, suche ich bewusst das Alleinsein. Ich muss mir eingestehen, dass mir wenig qualitätsvolle Zeit mit Freunden und Freundinnen geschenkt ist. Meine Begegnungen sind großteils funktional. Gerade auf meiner Reise sehne mich nach Austausch und dem Teilen meiner Erlebnisse mit Menschen die mir wichtig sind. Für den beruflichen Erfolg zahle ich einen verdammt hohen Preis. Es fehlt einfach auch die Zeig für Begegnungen. Finde die Formulierung des großen Poeten Octavio Paz über das „Labyrinth der Einsamkeit“ sehr passend.

Von einer kleinen Reparatur an meinem Rad lassen sich zwei Hasen nicht stören. Ich freue mich darüber.
Morgen bin ich Hannover und verbringe einen Tag mit meinem Sohn Tobias, der in der Hauptstadt Niedersachsens seine Heimat gefunden hat. Bin gespannt und nehme mir vor, meine Gedanken über die Einsamkeit mit ihm zu teilen.
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