1. Tag: Über das Glück

„Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.“
Demokrit, griechischer Philosoph

Wäre mir vor einigen Tagen das Fahrrad nicht umgefallen, hätte ich heute meine erste gewaltige Krise gehabt. Als ich den Fahrradkarton am Flughafen in Brüssel öffne, halte ich die Gangschaltung in der Hand. Das Schaltauge ist ausgebrochen, trotz sorgsamer Umhüllung der Schaltung. Weil dieses durch das Umfallen verbogen war, musste ich vor meiner Reise ein neues montieren lassen. Sicherheitshalber nehme ich ein Ersatzstück mit, das ich am Flughafen gut gebrauchen kann. Mit meinen bescheidenen Mechaniker-Fähigkeiten wechsle ich das Schaltauge und stelle die Gangschaltung neu ein.

Mir kommt der Gedanke, dass Glück gar nicht so sehr damit zu tun hat, ob alles im Leben ohne Hindernisse und Rückschläge gelingt. Ohne dem Unglück kurz vor meiner Reise hätte ich niemals ein Schaltauge mitgenommen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass ich so ein Pech beim Transport meines Rades haben werde und dieses tatsächlich gebrauchen könnte. Vielleicht hat der griechische Philosoph Demokrit wirklich recht, wobei ich ja gleich am Anfang meiner Reise mit Glück belohnt werde. Hoffentlich ist dieses nicht dadurch verbraucht.

In der Nähe meines Hotel kreuze ich auf meinem Spaziergang durch Brüssel den belgischen Jakobsweg – der Via Gallia Belgica, der die belgische Hauptstadt und Paris miteinander verbindet und rd. 223km lang ist. Ich freue mich und empfinde diesen Zufall als positives Zeichen für meine weitere Reise.

Eine Antwort auf „1. Tag: Über das Glück

Add yours

Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑