5. Tag: Mit dem Zug nach Bologna

Auch heute Regen. Ich entscheide mit dem Zug von Padua nach Bologna zu fahren. Am Bahnhof werde ich von der Polizei kontrolliert. Sie wollen meinen Personalausweis sehen. Wahllos werden Ausweise überprüft. Ich muss eine Stunde auf meinen Zug warten und beobachte die Ankommenden, Abreisenden und die verlorenen Seelen, die vom Leben gezeichnet den Bahnhof scheinbar als Wohnzimmer nutzen. Dazwischen Polizei-Patrouillen. Die beobachteten Szenarien stimmen mich traurig. Was meine Reise betrifft, fehlen mir eineinhalb Radtage. Ich bin frustriert. Will morgen mit dem Rad über die Berge nach Prato oder Pistoia fahren. Es wird wieder Regen erwartet und ich weiß nicht was ich tun soll.

Am Nachmittag spaziere ich durch Bologna, die Wolken verziehen sich und die Sonne scheint.

„Bologna è una vecchia signora coi fianchi un po‘ molli
Col seno sul piano padano ed il culo sui colli
Bologna arrogante e papale, Bologna la rossa e fetale
Bologna la grassa e inumana, già un poco Romagna e in odor di Toscana
Bologna per me provinciale Parigi in minore

(…)

Bologna è una strana signora, volgare e matrona
Bologna bambina perbene, Bologna busona
Bologna ombelico di tutto, mi spingi a un singhiozzo e ad un rutto
Rimorso per quel che m’hai dato e quasi ricordo è in odor di passato“

Niemand beschreibt diese wunderbare Stadt besser als Francesco Guccini in seinem Lied „Bologna“. Ich liebe diese Stadt und würde gerne meine Stimmung mit jemandem teilen.

Diese Reise ist viel zu kurz und doch ahne ich, wie es sein könnte wieder für eine längere Zeit aufzubrechen. Ich merke aber auch, dass ich mein nächstes Abenteuer nicht alleine erleben möchte.

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