Zwangspause – Tanzen im Sommerregen

Der Blick von Chieti aus auf die Abruzzen.

Nach einem schlechten Essen am Abend erleide ich einen Brechdurchfall. Bin zu schwach um loszufahren, so dass ich meine Reise erneut unterbreche und in Chieti bleibe.

Statt weitere 100km zu fahren, liege ich in meinem Bett, lass mich fallen und weine alle Tränen, die schon lange geweint werden müssen, zurückgehalten, um stark zu bleiben für alle, die Ich halten wollte und musste. Alle Anstrengungen der letzten 2,5 Jahre, Sorgen, Ängste, Trauer, Verzweiflung, Unzulänglichkeiten und seelische Verwundungen, all die Gefühle finden endlich einen Kanal, um ausgedrückt zu werden.

„Ich ließ den Tränen, die ich zurückgehalten, freien Lauf. Mochten sie fließen, so viel sie wollten. Ich bettete mein Herz hinein und fand Ruhe in ihnen“. (Heiliger Augustinus)

Tränen wie ein Sommerregen, ganz ohne Donner, ohne Lärm, Leben spendend, befreiend.

Finde ich in meinen Tränen zuerst die lang ersehnte Ruhe, stelle ich mir später vor im Sommerregen zu tanzen.

„Er hat vor allem Anfang begonnen (…) Der Tanz, den wir tanzen, ist die Mitte und um des Tanzes Willen wurde alles erschaffen.“ (C.S. Lewis aus dem Roman Perelandra)

Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑