
Heute ging es „nur“ 84km in die Universitätsstadt Chieti, die 15km von der Küste entfernt ist. Der historische Stadtkern liegt auf einem Hügel/ kleinen Berg. In der Stadt gab es 1940 nach Kriegseintritt des faschistischen Italiens für eine kurze Zeit ein Internierungslager für Jüd*innen und Ausländer*innen.
Um die Stadt zu erreichen, führt mich meine Navi abseits der Schnellstraße. Das Gefälle ist so extrem, dass ich mein Rad schieben muss. Immerhin muss die Höhe des Hügels/Berges von 330 m von 9 m über den Meeresspiegel aus in gut 2,5 km erreicht werden. Es hat Temperaturen von 41 Grad. Trotz der Hitze kommt mir der kalte Schweiß, meine Herzfrequenz erreicht extreme Höhen.


Die heutige Streckenführung ist wenig begeisternd. Nur selten bieten sich schöne Aussichten. An den Stränden ist es jedoch deutlich ruhiger und auch sonst scheint die Zeit ein wenig langsamer zu laufen.
Auf Grund fehlender „Ablenkung“ durch schöne Landschaften, suchen mich meine Schatten intensiver denn je heim. „Je heller das ICH-Ideal, umso dunkler die Schatten“, schreibt Verena Kast, Schülerin von C.G. Jung. Der Psychoanalytiker Dieter Funke meint, das ICH-Ideale durch Selbstoptimierungsstrategien zu Depressionen und Erschöpfung führen können. Kann mich in dieser Theorie wieder finden. Vom Rad abzusteigen, wird dabei zu einer richtiggehenden Befreiung.
Hinterlasse einen Kommentar