
Nach 98 km komme ich in Ancona an. Ich werde dort einen Tag Pause machen. In der Früh bin ich mental und körperlich (fast) am Ende. Rimini überfordert mich. Die engen Häuserschluchten, der Lärm und die vielen Tourist*innen sind zu viel für mich. Nach einem extrem schlechten Frühstück kommt mir alles im wahrsten Sinne des Wortes hoch. Ich will einfach nur mehr nach Hause. Ich aber fahre weiter.

Der Weg führt mich entlang langer Sandstrände. Die Temperaturen erreichen 41 Grad und ich denke über den Sinn dieser Reise nach.
Mein Leben ist Action und meine Reise spiegelt diese wider. Ich bin ständig unterwegs, unfähig Stille zu finden und in dieser, würde ich sie finden, ruhen zu können. Ein für mich sehr prägendes Zitat kommt mir in Erinnerung:
„Die, die zu Hause bleiben, fühlen sich in Sicherheit. Sie sollen aufbrechen. Die, die sitzen, sollen aufbrechen. Die aber, die wandern, sollen still werden!“ (A. Martin)
Ich habe Tränen in den Augen. Die Sehnsucht nach Stille ist extrem. Meine unerfüllte Suche macht mich traurig. Ich lasse mich fallen in ein Gedicht von Georg Bydlinski:
Ohne Hast
Ich gehe langsam
ganz langsam
Finger Fersen Zehen
mein ganzer Körper horcht
Ich greife den Tag
nichts
entgeht mir
Ich gehe so langsam
dass mich rechts ein Baum
links das Gras
überholt.
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