Pause: Udine und die Einsamkeit

Heute verbringe ich den Tag in Udine, nutze ihn zum Ausruhen und zur Planung meiner weiteren Reise. Am Vormittag schlendere ich durch die Altstadt, ihren Plätzen und engen Gassen.

Udine ist eine Stadt voller Gegensätze. Als ich von hier 2018 meine Reise nach Apulien begann, bezog ich für eine Nacht eine Unterkunft direkt am Bahnhof. Ich war damals überrascht, über den extrem hohen Anteil von Migrant*innen und vor allem Flüchtlingen aus Nigeria, die sich jedoch kaum in die Innenstadt „verirren“, als würde zwischen Bahnhofsviertel und der Altstadt eine unsichtbare Grenze existieren, die nicht überschritten wird.

Kurz überlege ich, meiner Reise einen ganz anderen Verlauf zu geben und denke darüber nach wie es wäre, über Slowenien und Ungarn (Budapest) nach Hause zu fahren. Es scheitert an mangelnden Quartieren in Slowenien, so dass ich mich entschließe, an meiner ursprünglichen Route festzuhalten, was sich ebenfalls als schwierig herausstellt, da ich entlang der Adria keine Quartiere finde. Nur äußerst mühsam lassen sich die nächsten drei Tage planen.

„Alles was ich Dir zu sagen habe, kann ich nur durch Liebkosungen sagen“. Dieser wunderbare Satz von Anais Nin findet sich an einer Hausmauer in der Altstadt von Udine und lässt mich erspüren, wie einsam ich mich (heute) unter alle den Menschen fühle.

Eine Reise alleine ist eine große Herausforderung, weil sie mich mit mir selbst und meinen inneren Dämonen konfrontiert. Es gibt keinen Ausweg aus dem Alleinsein, auch wenn es schnell in die Einsamkeit kippen kann. „Nur im Alleinsein können wir uns selber finden. Alleinsein ist nicht Einsamkeit, sie ist das größte Abenteuer“, schreibt Hermann Hesse.

Das Alleinsein ist das große Ungewisse meiner Reise und gerade heute schwer auszuhalten.

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