5. Tag: Venzone und die Kraft des Zusammenhalts

Auf dem Alpen-Adria-Radweg geht es 75 km nach Udine. Ich bin froh, dass diese Etappe vergleichsweise kurz ist. Die Nacht war schrecklich, da das Bett zu klein war und sich das Zimmer über einer bis in die Nacht sehr gut frequentierten Pizzeria befand. Dementsprechend konnte ich keinen Schlaf finden und wirklich erschöpft war ich in der Früh.

Mit der heutigen Fahrt waren es in den letzten Tagen seit meinem Start durchschnittlich 93 km pro Tag. Ich mache Rast in Venzone. Es gilt als eines der schönsten Dörfer Italiens. Am 6. Mai 1976 wurde der Ort von einem fürchterlichen Erdbeben nahezu zerstört. Die vollständige Zerstörung der Altstadt, der Festungsmauern und des Doms verursachte jedoch ein Nachbeben am 15. September 1976. Ein Bürgerkomitee erreichte gegen den Willen der lokalen Politik, dass sämtliche Trümmer wieder so zusammengesetzt wurden, dass das Dorf sein historisches Aussehen wieder bekam. Geplant war ursprünglich der Wiederaufbau durch Fertigbau-Elementen.

Der Dom des Heiligen Apostels Andreas wurde um 1300 gebaut. Auch dieser wurde Stein für Stein wieder aufgebaut. Das wunderbare Beispiel von Venzone zeigt, was Zusammenhalt und Solidarität möglich macht.

Am Abend belohne ich mich mit Spezialitäten aus dem Friaul und einem fantastischen Rotwein aus Slowenien, der mir in Würdigung der nahen Grenze zu Slowenien als lokale Spezialität empfohlen wird. Das Leben ist ein Fest und Grenzen haben zumindest heute Abend keine Bedeutung!

Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑