1. Tag: Ins Ungewisse fahren

„Wer das Unbekannte entdecken möchte muss durch das Ungewisse hindurchgehen“. Das Zitat wird dem heiligen Johannes von Kreuz zugeschrieben. Jede Radreise ist für mich eine Fahrt ins Ungewisse. Werde ich es schaffen? Ist nicht alles viel zu viel für mich? Bin ich fit genug? Was ist mit Corona? Habe ich alles vor meinem Urlaub erledigen können? Ist irgendetwas offen geblieben? Unzählige Fragen quälen mich. In der letzten Nacht vor meinem Aufbruch schlafe ich schlecht.

„Möge dein Weg dir freundlich entgegenkommen, möge der Wind dir den Rücken stärken“, heißt es am Beginn des bekannten irischen Reisesegens. Ich lese ihn bevor ich wegfahre und hoffe, dass meine Reise gesegnet ist. Ich habe Angst vor dem Ungewissen.

Die ersten 70 km bis nach Gloggnitz vergehen wie im Flug, dann kommt die eigentliche Herausforderung. Bei 35 Grad und beißender Sonne geht es hinauf auf den Semmering. Ich verfluche mich, dass ich mir das jedes Jahr auf‘s Neue antue und schwöre es nie wieder zu machen. Ich weiß aber, dass die 1. Etappen immer die schlimmsten sind und bezwinge meinen inneren Schweinehund. Die Unsicherheit, die Angst vor dem Ungewissen und die vielen Fragen bleiben jedoch. Sie werden noch länger meine Reisebegleiterinnen bleiben, verbunden mit der Hoffnung, sie Kilometer für Kilometer loslassen zu können.

Eine Antwort auf „1. Tag: Ins Ungewisse fahren

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  1. Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen,
    mögest du den Wind im Rücken haben.
    Und bis wir uns wiedersehn, und bis wir uns wiedersehn,
    möge Gott seine schützende Hand über dir halten.

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