Nun ist es tatsächlich geschafft. Nach 1.200 km, vielen Höhenmetern, Alpenpässen, Regen, Hitze, Tränen, Freude, unzähligen Gedanken, jede Menge Bücher die ich gelesen habe, spannenden Begegnungen und einer Fahrradpanne, habe ich mein Ziel in Anselmo, einen Ortsteil von Montespertoli in der Toskana erreicht. Dort hat mein Schwiegervater ein Agriturismo.
Am Ende kreuze ich bei San Miniato die Via Francigena, den Pilgerweg von Canterbury nach Rom, den ich nach dem Tod meines Vaters 2016 von London aus gefahren bin. Es war eigentlich eine Reise des Abschieds, die meinen Vater jedoch in mir auferstehen hat lassen. Die Erinnerung daran berührt mich. Ich weine am Schluss vor Dankbarkeit.

„Das Reisen führt uns zu uns zurück“, sagt Albert Camus. Die letzten zwei Wochen waren eine intensive Begegnung mit mir selbst. Vor meiner Reise hatte ich die Angst mich selbst verloren zu haben. Die Fahrt in die Toskana war der Weg zu mir zurück. Dafür bin ich unendlich dankbar.
Zuhause warten viele Herausforderungen. Ich weiß nicht, ob ich nun ein besserer Mensch geworden bin. Wahrscheinlich nicht, aber ich bin wieder bei mir. Das ist gut. Das Ende (der Reise) ist ein neuer Anfang mit mir….




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