„Nein das geht nicht, da können wir nichts machen!“ „Da ist was gebrochen, Ersatzteile haben wir nicht!“ „Wenn wir das aufmachen, wird’s noch schlechter!“
Nach zwei Radwerkstätten bzw. Radgeschäften bin ich schwer frustriert. Muss wohl akzeptieren, dass nichts zu machen ist und entscheide das Unausweichliche anzunehmen. Ich versuche noch zu erklären, dass möglicherweise bloß Dreck in das Tretlager gekommen ist, die Mechaniker beharren jedoch darauf, dass es gebrochen ist.
Klack, Klack, Klack, Klack… jeder Tritt in die Pedale ist mit der Angst verbunden, dass ich nicht mehr weiter fahren kann, auch wenn die letzte Werkstatt gemeint hat, dass es sicher noch ein paar hundert Kilometer halten wird.
In Lucca entscheide ich mich nicht dem vorgeschlagenen Weg des Navis zu folgen, sondern will auf den Domplatz fahren. Verfahre mich und stehe plötzlich vor einer kleinen Radwerkstatt mit dem Namen Pro Classic Cycle. „Ach was“, denke ich mir, „fragen kostet nichts“.
Ich erkläre dem jungen Inhaber das Problem. „Gib mir 35 Minuten“, meint er. Ich stelle meine Radtaschen im Geschäft ab und setze mich in eine Bar vor der Basilica di San Frediano, einer wunderschönen Kirche aus dem 12 Jahrhundert, um die Ecke.
Nach 30 Minuten gehe ich zurück in die Werkstatt. Der junge Inhaber ist mitten in der Arbeit, hat das Tretlager ausgebaut, putzt und schmiert es. Ein Teil hat sichtbare Abnützungen, ist aber nicht kaputt. Er kontrolliert das ganze Rad, zieht alle Schrauben nach und meint, dass alles wieder in Ordnung ist.

Ich bin total dankbar und er zeigt sich beeindruckt über meine bisherige Reise. Bei der Bezahlung der Leistung rechne ich mit ca. 100 EUR, insgesamt hat er doch fast eine Stunde gearbeitet. Er will bloß 30 (!!!). Ich bin total überrascht über den günstigen Preis. „Das ist mein Job“, meint er. „Dafür like meine Seite!“ Das mache ich gerne.
Diese kleine Episode ist einer dieser (Reise)Erfahrungen, die gemacht werden wollen. Dafür mache ich Radreisen. Sie sind unbezahlbar und schöner als jedes physische Ziel das ich erreiche. Es ist „magisch“, denn was wäre passiert, wenn ich einfach dem Navi gefolgt wäre und den Weg zum Dom gefunden hätte?

Und tatsächlich fühlt sich das Rad wie neu an. Es gleitet geschmeidig dahin. Keine Geräusche sind zu hören. Bin glücklich und habe Zeit für das erste Selfie dieser Reise…😉!
Das war meine vorletzte Fahrt. Morgen geht’s noch 70 km, dann ist meine diesjährige Reise zu Ende.



Du musst Werbung machen und mit die Seite von dem Mechaniker verraten 😉
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Musst nur auf den Namen im Text klicken und kommst auf die Internetseite. Ich nehme an die Facebook Seite heißt auch so.
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