
„Aus der Enge rief ich den Herrn…“
Der erste Teil des Satzes, der für Viktor Frankl nach seiner Befreiung aus dem KZ zu seiner „Wiedererweckung“ führt. Erinnere mich an diesen Ausschnitt aus seiner Autobiografie, die ich 2016 auf meiner Reise von London nach Rom gelesen habe.
„Aus meiner Enge rief ich den Herrn…“
Ich verändere den Satz für mich.
Mein Leben schwirrt mir durch den Kopf, führe fiktive Gespräche mit Menschen, die mein Leben derzeit bestimmen. Will singen, mag meine Stimme nicht hören. Fühle mich einsam. Möchte schreien. Bin erschöpft. Mag nicht weiter.
„…und er antwortete mir im freien Raum!“
Der zweite Teil des Satzes.
Frankl findet sich auf einer Blumenwiese kniend wieder, hört das Jubilieren der Lerche, sieht die Weite der Erde und den Himmel. Er hört den Satz immer wieder in seinem Kopf und erwacht aus der Dumpfheit und wird wieder Mensch.
„Aus meiner Enge rief ich den Herrn und er antwortete mir im freien Raum!“
Der Satz wird mir zum Wegbegleiter. Immer wieder sage ich mir diesen laut vor. Es wird mir leichter, mein Herz öffnet sich. Fühle mich freier. Habe Tränen in den Augen. Was für ein starkes Gefühl.
Erreiche mein Quartier. Es folgt ein heftiges Gewitter, als würde die Welt untergehen. Ich liege im Bett und höre Musik und fühle mich behütet.

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