Eine humane Revolution

Gestern Pause beim Schreiben gemacht. Auch wenn ich von 8 bis 17 Uhr, mit kleinen Pausen dazwischen, im Home-Office gearbeitet habe, konnte ich mich nicht motivieren. Ich erlebe derzeit meine/unsere Situation als sehr unwirklich. Ich bin froh Verantwortung für meine Mitarbeiter*innen zu haben, durch diese halte ich mich zurzeit emotional über Wasser. Sie schafft mich aber auch. Ich will raus aus der Selbstisolation. Die Vereinzelung macht mir zu schaffen. Ich bin ein Begegnungsmensch, voneinander Abstand nehmen, fällt mir unendlich schwer.

„Kein Virus ist fähig zur Revolution. Das Virus vereinzelt uns. Es erzeugt auch kein starkes Wir-Gefühl. Jeder ist irgendwie um sein eigenes Überleben besorgt. Die Solidarität, voneinander Abstand zu nehmen, ist keine Solidarität, die von einer anderen, friedlicheren, gerechteren Gesellschaft träumen ließe. Wir können die Revolution nicht dem Virus überlassen. Hoffen wir, dass nach dem Virus eine humane Revolution kommt“.

Diese Zeilen stammen von Byung-Chul Han. Er schreibt mir aus der Seele. Ich träume von Begegnungen der Freude mit Freunden und Familie nach dem Virus, von großen Festen und Zusammenkünften.

Was wird dieser Virus mit unserer Gesellschaft machen? Wie wird er uns verändern? Werden wir autoritärer, solidarischer, offener oder doch geschlossener. Ich habe keine Ahnung. Es bleibt die Hoffnung, dass nach dem Virus die humane Revolution kommt. Meine Seele hungert danach.

Vor zwei Jahren auf meine Radreise nach Apullien. Unbekannte Menschen tanzen und feiern gemeinsam. Eine schöne Erinnerung, die mich aber auch traurig macht.

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