Eine unfreiwillige Reise

In mir wohnt die unstillbare Sehnsucht zu Reisen. Aus diesem Grund habe ich tausende Kilometer mit dem Rad durch Europa zurückgelegt. Jedes erreichte Ziel hat mich dabei motiviert, neue Reisen zu planen und erneut aufzubrechen. Seit einigen Tagen ist unsere Welt eine andere. Auf Grund des Corona Virus befinden wir uns in einem Ausnahmezustand, der einer unfreiwilligen Reise ins Ungewisse gleichkommt.

Die Corona-Krise hält mich derzeit massiv auf Trab, auch wenn ich das Haus nur zum Einkaufen und Radfahren verlassen kann. Ich versuche als Geschäftsführer bzw. geschäftsführender Vorstand eines Unternehmen Arbeitsplätze zu retten. Zeitweise ein (leicht) verzweifeltes Unterfangen.

„Jede Reise führt uns zu uns selbst zurück“

Für den französischen Philosophen Albert Camus führt uns jede Reise zu uns selbst zurück. Ein wenig habe ich Angst und bin unsicher. Ich habe diese Reise nicht gewählt, der Unwille mich auf diese zu begeben ist daher groß. Die Vorstellung einer Reise, ohne äußerlich vom Fleck zu kommen ist irritierend. Die ersten Tage sind daher durch Aktionismus geprägt. Ich kann mich erfolgreich in meiner Arbeit flüchten, ohne mich dem Ungewissen und meiner Angst zu stellen. Meinen Ausgleich finde ich beim Radfahren, trotz allem. Immerhin möchte ich im Sommer von Zuhause in die Bretagne fahren. Die Nächte sind sehr unruhig, ständig träume ich vom Corona-Virus und merke in der Früh, dass ich Zeit brauche, all diese Träume und die daraus resultierenden Gedanken zu ordnen. Deshalb habe ich begonnen, dieses Reisetagebuch führen. Ich werde tatsächlich so tun, als wäre ich auf einer meinen (Rad)Reisen. Ich habe die Hoffnung, dass ich diese Krise dadurch besser bewältige und durch sie wachse. Ich weiß es nicht wirklich, aber ich vertraue meiner Erfahrung.

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