Heute überqueren wir den ehemaligen Todesstreifen an der Grenze von Hessen und Thüringen. Die Innerdeutsche Grenze wurde von der DDR durch einen doppelten Stacheldrahtzaun, Selbstschussanlagen und Landminen gesichert. Die Grenzsoldaten hatten darüber hinaus Schießbefehl, damit ja kein Ost-Flüchtling den Westen erreichen konnte. Ich kann mich noch erinnern, als der Eiseren Vorhang fiel. Es war ein Fest der Demokratie und der Freiheit. Umso grotesker, dass heute wieder Grenzzäune gefordert und gebaut werden. Diesmal zum Schutz gegen Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und Afrika im Namen der Verteidigung westlicher Werte. Wie traurig.

Auch heute finden wir ein Symbol des Jakobswegs am Straßenrand. Wir freuen uns, weiter auf dem Pilgerweg unterwegs zu sein, ganz ungeplant und zufällig.

Lia ist eine Heldin. Nach 83 km, kurz vor dem Ziel, kommt es zu einem langen und steilen Aufstieg auf einer alten Forststraße. Sie überwindet ihre (leichte) Verzweiflung und schafft diese Hürde mit ihrer letzten Kraft. Sie ist erschöpft aber stolz. Ich auch…😘!!!

Nun machen wir einen Tag Pause in einer kleinen hessischen Landgemeinde. Seit Kopenhagen sind wir 700 km gefahren. Einfach Schlafen und Nichtstun. Wir haben es verdient!

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