Die Reise ist bis jetzt ganz anders als erwartet. Sie wird immer mehr zu einer ganz speziellen Pilgerfahrt. Ein Zufall, oder genau das Richtige zum absolut notwendigen Zeitpunkt.

Wir gehen in die Kirche St. Jacobi, im Mittelalter eine bedeutende Pilgerkirche. Wir befinden uns an der Kreuzung des norddeutschen, baltischen und skandinavischen Jakobsweges. Neben dem Altarraum ist ein großes Papier befestigt. Menschen sind eingeladen, die Frage „Was gefällt Dir an Deinem Alltag“ zu beantworten. Wir finden spannende, berührende und sehr erhellende Antworten auf eine Frage, die ich mir in den letzten Wochen immer wieder gestellt und keine befriedigenden Antworten gefunden habe. Zu intensiv war der alltägliche Arbeitsstress, um mir selbst die naheliegenden Antworten geben zu können. Spontan denke ich an das Lächeln meiner Frau, an unseren Kater, der in der Früh ins Bett kommt, ans gemeinsame Abendessen und alltägliche Begegnungen mit Menschen. Ich spüre Dankbarkeit und Glück und schreibe meine Gedanken auf das Papier.

Lübeck ist eine absolut sehenswerte Stadt. Wir besuchen das Willy Brandt Haus, sehen eine Ausstellung über das politisches Wirken und die Zeit Willy Brandts, entdecken immer wieder nette kleine Innenhöfe und finden das Heiligen Geist Hospital, eine der ältesten Sozialeinrichtungen Europas, das bis in den 1960er Jahren in Betrieb war und als Zeugnis des sozialen Fortschritts im Mittelalter zu betrachten ist.

Ein Highlight ist der Besuch der Basilika St. Marien. Sie gilt als die Mutterkirche der sog. Backsteingotik im Ostsseraum. Erstmals wurde hier die Baukunst der französischen Gotik in Norddeutschland angewandt. Der Innenraum der Kirche strahlt Ruhe, Stille und Erhabenheit aus. Für Lia die schönste Kirche, die sie je besucht hat. Schön hier sein zu dürfen!

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